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Die erste Antwort auf die Rezension kommt von der Autorin der Erzählung 'Monster' Regina Schleheck
Der Verfasser geht mit sehr dezidierten Erwartungen an das Buch heran: der im Vorwort von den Herausgebern gelegte „Köder“ in Form der Kombination von „Zärtlichkeit“ und „Übermorgen“ werde Texte evozieren, die die aus der SF hinlänglich bekannten endzeitlichen Szenarien in nahezu schematisierten Abläufen humoristisch, absurd und vor allem fantasiereich transzendieren. So weit decken sich seine Vorstellungen mit denen der Herausgeber. Wenn er allerdings hofft, in dem Buch lang ersehnte Antworten auf die uralten Fragen der Philosophie und Theologie zu stoßen, eine zukünftige „zärtliche“ Synthese aller Erkenntniswissenschaften dargelegt zu bekommen, zu erfahren, wie „der Mensch seelisch, geistig zu einem geschlossenen Weltbild gelangt“, dann ist das sicherlich ein nachvollziehbares Ansinnen. Als Maßstab für die vorliegende Anthologie ist die Latte allerdings arg hoch gehängt. Ich möchte dem Verfasser mit Lessing entgegen rufen: So lad ich über tausend tausend Jahre Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen Als ich; und sprechen.
In der Zwischenzeit gebe ich zu bedenken: Wenn die Tatsache, dass ein anderes, ein fremdes Wesen, uns begegnet, schon aufgrund der Tatsache diskreditiert wird, dass „wir uns das denken konnten“, sein Wegfliegen ebenso süffisant als „gern“ gepflegtes Verhaltensschema konnotiert wird, das „Monster“ „als Alien“ gar gleichgesetzt wird, ist tatsächlich von der Suche nach Lösungen, speziell „zärtlichen“ nichts wahrzunehmen. Das Vexierspiel zwischen dem Ich und dem Anderen, das zugleich das Abschreckend-„Monströse“ auf beiden Seiten, wie auch vollkommen neue synästhetische Erfahrungen in der „zärtlichen“ Synthese aufzeigen kann, dringt nicht bis hinter die Iris des Lesenden, der derart auf Stereotypen geeicht ist.
Als Rezension mag ich den vorliegenden Text daher nicht bezeichnen. Wohl aber als einen Versuch, einen Essay, der die "Zärtlichkeit des Übermorgen" als Aufhänger nimmt, um durchaus lesenswerte Gedanken zu entfalten. Es freut mich, dass das Buch zu solchen Überlegungen anregt! Gern läse ich mehr von einem solchen Mitautor!
 

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